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Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Die Gemeinde Roddino liegt am Rand der südwestlichen Langa auf 610 Metern über dem Meeresspiegel. Die Flächenausdehnung beträgt 1045 Hektar, was 2740 piemontesischen Morgen (eine alte piemontesische Masseinheit, die noch immer in Gebrauch ist) entspricht. Die besten Lagen werden fuer den Weinanbau genutzt, der Rest sind Felder, Wiesen und Nutz- sowie gerbido wald. Roddino hat 391 Einwohner, wovon der Grossteil in den Vororten Costepomo, San Lorenzo-Noé, S. Maria, Pozzetti, Lopiano und S. Margherita-Corini lebt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit kommt der Name von dem lateinischen randus, was „unfruchtbares Land“ bedeutet. Bekanntermassen waren die Huegel hier einst von Waeldern und roveti bedeckt. Im 10. Jahrhundert errichtet eine Soldatengruppe auf dem Huegelruecken einen Wachtturm, spaeter eine Verteidigungsanlage, die sich bald – dank der strategischen Position, zu einer Festungsburg entwickelt. Im Laufe der Jahre werden Wohnhaeuser um die Burg herum gebaut, heute befindet sich an dieser Stelle der Dorfkern. Waehrend des Feudalismus im Fruehmittelalter (alto medioevo?) gehoert die Burg von Roddino zuerst zum Comitato von Alba, spaeter zum Markgrafentum Del Vasto oder von Savona. Anfang des 12. Jahrhunderts ist es im Besitz des beruehmten Bonifatius dem Grossen. Im Jahr 1142 teilt dieser seine weiten Laenderein auf und spricht Roddino einem seiner Soehne, dem Bonifatius Markgraf von Cortemilia zu. Letzterer stirbt kinderlos im Jahr 1197 und hinterlaesst Roddino und andere Orte seinem Bruder Manfred Markgraf von Saluzzo.


Gegen Ende des 12. Jahrhunderts nimmt die Macht der Adligen ab und es beginnt die Gruendung von Landgemeinden. In Roddino uebernehmen die Verwaltung (?) gibt es einen feudatario, einen podestà, zwei consoli e il magnifico consiglio. Der Feudatario (Lehnsherr?), auch „castellano“ genannt, da er im Schloss lebt, ist der hoechste patrono der Gemeinde. Ein podestà wird immer von ausserhalb der Gemeinde gewaehlt und hat sowohl die Verwaltung, als auch die Zivil- und Strafgewalt inne. Die zwei Konsuln (?) sind Gemeindemitglieder und kuemmern sich um die Bilanz und um die Anwendung der Gemeinderegeln. Diese Art der Verwaltung wird jahrelang beibehalten, spaeter werden dann die Konsuln (?) durch die Figur des Buergermeisters ersetzt und der magnifico consiglio (grosse Rat) besteht aus allen Familienoberhauptern der Gemeinde. Da in Roddino ein Gemeindehaus fehlt, versammelt sich der Rat auf dem Kirch- oder dem Schlossplatz.
Eine Anekdote: An der Grenzsstelle zwischen den beiden Gemeinden Roddino und Cerretto, dieser Ort wird auch heute noch Pedaggera genannt, musste frueher fuer jede Ware, die von einem Markgrafentum ins andere transportiert wurde, ein Ablass gezahlt werden.


Nach dem Vertrag von Lyon 1601 wird Karl Emanuel I von Savoyen Herrscher ueber das Markgrafentum Saluzzo und demnach auch von Roddino. Waehrend der Buergerkriege von 1637 bis 1642 wird die Burg, die an der Stelle des heutigen Pfarrhauses stand, zerstoert. Der Gemeinde von Roddino steht eine lange Serie von soprusi, di iniquità e di delitti bevor. Dazu kommen schlimme Unwetter und toedliche Epidemien. Aus diesen Gruenden unfaehig die Steuern einzutreiben, wendet sich der Buergermeister an den Senat von Turin. Aus einem Brief: „Habet Mitleid mit uns; Roddino ist ein armer Ort ohne Ressourcen, wir haben weder Vieh, noch Korn, noch barbariato (Genussmittel?). Sollten die Soldaten des Rechts Justizsoldaten (?) uns noch einmal belaestigen, werden wir gezwungen sein, diesen Ort aufzugeben.“. In dieser schweren Zeit liegt Roddino im Machtbereich von Turin, eingegliedert in die zivile Verwaltung von Alba. Die religiose Verwaltung geht ebenfalls von Turin aus, waehrend Roddino zur Diozese von Saluzzo gehoert.